Nächtliches Gespräch

Annemarie Baumgarten, Nächtliches Gespräch, 1999, www.annemarie-baumgarten.at

Fort von hier?

„Ich möchte fort von hier. Ich möchte irgendwo sein, wo Friede sicher ist und Umwelt sauber, wo ich arbeiten kann, was ich möchte. Wo ich einfach leben kann und Mensch sein ohne Zwänge.“ Diese Stimme aus einer Diskussion, die Stimme eines jungen Mannes geht mit mir – auch in die Weihnacht, auch ins neue Jahr. Ist diese Stimme so weit weg und so viel anders als jene, die mitunter auch in uns aufsteigt? Aber da ist noch eine Stimme. Eine, die diese erst aushält und von innen verwandelt: „Ich möchte sein, wo Ihr seid. Ich will Eure Angst und Unsicherheit teilen. Und so – in der Krippe und am Kreuz – werde ich Euer Friede und Eure Zukunft sein.“

Aus: Hemmerle, Klaus. Und das Wort ist Kind geworden. Gedanken zur Weihnacht. (Reihe Saatkörner) München/Zürich/Wien, 1991. S. 59.

Sehr geehrte Damen und Herren

Die Worte von Klaus Hemmerle haben mich sofort angesprochen, auch ich dachte manchmal: «Ich möchte fort von hier, irgendwohin, an einen Ort an dem es kein COVID19 gibt, keine Angst vor Krankheit, Arbeitslosigkeit, Zukunftssorgen.»
Dieser Ort existiert leider nicht.
Dann die unerwartete Wendung: «Ich möchte sein, wo Ihr seid.» Da hat einer den Spieß umgedreht, den Schritt auf uns zu gemacht, seine Oase gegen unsere Angst und Dunkelheit ausgetauscht. Und uns Friede und Zukunft versprochen.

Zusammen mit unserem ganzen Team wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie ein friedvolles und lichtreiches Weihnachtsfest. Dass auch für Sie die weihnachtliche Verheißung spürbar wird, die Ihr Haus trotz der umgebenden Dunkelheit mit viel Licht und Wärme erfüllt.

Mit adventlichen Grüßen
Mag. Gertraud Wachmann